Die letzte Nacht in Rumänien hätte lustiger nicht sein können. Und Bulgarien bescherte uns erneut einen kuriosen Start.

Nach einer kuriosen Partynacht im künstlichen Touriort Jupiter lassen wir nur noch das Hippiedorf Vama Veche hinter uns, und schon ist unsere Zeit in Rumänien vorbei (ist aber ja ziemlich sicher nicht unser letztes Mal in Rumänien).

An der Bulgarischen Grenze werden wir aus der Autoschlange rausgeangelt und ein rumänischer Polizist verschwindet erst einmal mit allen unseren Papieren und der Autozulassung, aber nur wenig später dürfen wir zur Bulgarischen Seite weiter. Hier interessiert man sich nicht für unsere Identität, sondern für unser Reisegepäck: statt Ausweisen müssen wir wie alle anderen auch den Kofferraum vorzeigen, dann dürfen wir passieren.

Unsere ersten Eindrücke vom neuen Land sind gemischt: die Landschaft ist toll, es gibt viele Windräder, anscheinend sehr viele Golfer (da unzählige Golfplätze) und sehr viele heruntergekommene Dörfer.

Von Charme und Schwefelwasser

Unser erster Campingplatz begrüßt uns nicht nur unfreundlich (was wir nach den netten Rumänen etwas ungewohnt finden), sondern hat auch furchtbar verk*** Klos und ausschließlich stinkendes Schwefelwasser. Dafür liegt er traumhaft am Strand. Das ganze Dorf wiederum wirkt wie ausgestorben, und wir waren heilfroh, dass wir diesmal direkt an der Grenze Geld gewechselt hatten, denn an Geld zu kommen ist auch hier eine richtige Herausforderung.

Es gibt kaum Geldautomaten, und zusätzlich dazu auch kaum offene Tankstellen (verlassene dafür umso mehr), und wenn, dann oft ohne die Möglichkeit, mit Karte zu zahlen. Zudem gibt es kaum Möglichkeiten zum Einkaufen, wenn man dann etwas findet ist wieder keine Kartenzahlung möglich, Geldautomaten funktionieren nicht zuverlässig und überhaupt. Vom echt stressigen Verkehr Mal zu schweigen…

Wohin bitte geht es hier? Die Schilder sind in entscheidenden Situationen nicht für uns lesbar – oft ist es aber auch zweisprachig.

Was wir aber am meisten vermissen: Charme.

Eher was für Pauschalreisende

Zwar gibt es hier und da was archäologisch ansprechendes, aber irgendwie packt es uns nicht. Als wir uns das angeblich schöne Warna ansehen wollen, wo immerhin das älteste Papyrus Europas gefunden wurde, finden wir über eine Stunde lang keinen Parkplatz und fahren dann weiter.

Wo es was zu sehen gibt, ist ganz schön was los. Hier in Nessebar.

Unsere 2 Nächte in der Partystadt Obszor sind zwar sehr schön, vor allem, weil wir dort auf eine weitere Elternzeitreise-Familie treffen und sich Kinder wie Erwachsene auf Anhieb gut verstehen, doch das Blingbling der Mega- Touristadt haben wir dann doch nicht länger ausgehalten.

Blick aus dem Dachzelt: die Spielkameraden warten schon

Außerdem hatte das Meer so hohe Wellen, dass die rote Fahne wehte.

Trubel wie auf dem Oktoberfest – Biba gefällt’s

Wir beschließen hier, Bulgarien, das Land der lauten Abers (schöner Strand, aber ätzende Umgebung; schöner Campingplatz, aber zu viel Tourirummel; günstig, aber kaum Möglichkeit zu zahlen, leckeres Essen, aber lange Wartezeit,… Die Liste könnte ewig weiter gehen) deutlich abzukürzen und längere Strecken zu fahren. Mit Campingplätzen sieht es nämlich auch eher mau aus.

Ich kann es gar nicht genau begründen, aber Bulgarien ist eher nicht so mein Fall.

Als wir durchs Inland fahren, rattern wir an Plattenbauten, verlassen Geisterstädten und riesigen, teils verlassenen Fabrikgebäuden vorbei. Als wäre die Zeit einfach stehen geblieben.

Obwohl sich unser letzter Campingplatz irgendwo im nirgendwo als absolutes Highlight (mit Hindernissen) herausstellt, sind wir dann doch ganz froh, als wir Richtung Griechenland starten.

Bulgarien ist dann doch eher was für Pauschalreisende – von dieser Seite her würde ich dem Land noch einmal eine Chance geben.

Wir haben auch traumhafte Ecken entdeckt – aber für uns wird Bulgarien nächstes Mal pauschal
Pauschalfreundliches Bulgarien

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